Schwimmende Ferienhäuser und Hausboote

Mai 2018

Mehr als jeder Dritte würde gern auf oder am Wasser leben. Urlaub und Ferien am See, Meer oder Fluss sind Umfragen zufolge noch beliebter. Da Grundstücke am Wasser eine Rarität sind, könnten in Zukunft schwimmende Häuser, sogenannte Floating Homes, und Hausboote an Bedeutung gewinnen. Auch in Mitteldeutschland – wie eine aktuelle Analyse zeigt.

Morgens aufwachen und auf das Wasser blicken. Frühstück auf dem Steg am See. Im Sommer Badespaß gleich neben der eigenen Haustür. Viele träumen vom Leben am und auf dem Wasser. Wenn nicht permanent, dann wenigstens im Urlaub. Dieser Traum könnte, geht es nach dem Verein der Internationalen Bootsexperten, in Zukunft in vielen Ferienorten Wirklichkeit werden. Der Verein beschäftigt sich schon lange mit dem Thema und setzt sich für den Bau von Hausbooten und schwimmenden Häusern ohne Antrieb ein. „Und davon würde nicht nur der zukünftige Besitzer einer solchen schwimmenden Anlage profitieren, sondern eine ganze Region“, sagt Vereinspräsident Dieter Dresbach.

Urlaub auf dem See

Er hat zusammen mit seinen Kollegen eine Analyse erstellt, die für Gewässer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gilt. Darin geht es vor allem um die Bedeutung von schwimmenden Häusern für die Seen und deren Umgebung. „Eine stringente Entwicklung der Wohnform auf der Wasser würde einen sehr großen Entwicklungsschub für Mitteldeutschland bringen“, sagt Dresbach. Ein schwimmendes Haus etwa bringt demnach bis zu 15 Besucher pro Monat in die Region. Egal, ob sie für Wohnzwecke dauerhaft vermietet, oder als Ferienhaus am Wasser angeboten werden.


Möchten Sie Ihren Urlaub in einem schwimmenden Ferienhaus verbringen? Auf dem Portal „Ferien am Wasser“ finden Sie zwei traumhafte Unterkünfte auf dem Darß: das Urlauberschiff Störtebeker und das Urlauberschiff Neptun auf dem Prerow-Strom. Außerdem empfehlen wir die Floating Homes in Barth, Xanten und Ueckermünde.


Schwimmende Häuser könnten der Analyse zufolge in Gruppen von 10 bis 15 Stück auf einem See platziert werden. So könnten auf acht bis zehn Seen insgesamt mehr als 100 Anlagen entstehen mit einem Investitionsvolumen von weit mehr als fünf Millionen Euro. „Die dadurch ausgelösten wirtschaftlichen Effekte liegen bis zu fünf Mal so hoch“, sagt der Vereinschef. Mitteldeutschland könne bei der Entwicklung schwimmender Häuser sogar eine Vorreiterrolle einnehmen. Hausboote etwa könnten auch in Kommunen mit Flüssen angesiedelt werden und zu einer gefragten Wohn- und Urlaubsform am Wasser werden.

Attraktiv für den Tourismus

Die ganze Sache hat derzeit noch mindestens einen Haken. Als Voraussetzung müssten Kommunen und das Land Pioniergeist an den Tag legen, ist sich Dresbach sicher. Vor allem seien die gesetzlichen Regelungen in den Bauordnungen des Landes noch nicht ausreichend angepasst. Auch der jeweilige Eigentümer des Gewässers müsste mit ins Boot geholt werden und Kommunen geeignete Gewässer zur Verfügung stellen. „Der politische Wille ist wichtig“, fasst der Fachmann zusammen. Dann könnten Hausboote und schwimmende Häuser für die Entwicklung der Seen in Mitteldeutschland etwas ganz Neues bedeuten – und zur touristischen Attraktivität einer ganzen Region beitragen.

Übrigens gibt es bereits Hersteller von Hausbooten und schwimmenden Häusern sowie auch Gewässer, an denen schwimmende Anlagen Wirklichkeit geworden sind. Im Lausitzer Seenland zum Beispiel schwimmen auf dem Geierswalder See diese besonderen Häuser und werden auch an Feriengäste vermietet. Ebenso in Kröslin auf Usedom. Unter anderem betreut die norddeutsche Firma „Floating Homes“ Projekte mit Häusern auf dem Wasser, etwa in Hamburg. Vielleicht wird der Traum vom Ferienhaus auf dem Wasser demnächst auch in Mitteldeutschland wahr.

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